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Phila Demi (*1990 in Krefeld) studierte Visuelle Kommunikation an der Bauhaus-Universität Weimar, sowie Kommunikationsdesign an der FH Aachen und machte 2018 ihren Master im Fach Mediale Künste an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Sie lebt seit April 2018 in New York City und arbeitet dort als Illustratorin und Filmemacherin.

Lines Between ist eine Serie von Illustrationen, die zunächst in den Straßen, in Lokalen, in der U-bahn und im täglichen Treiben von New York City skizziert wurden, um sie anschließend als Reinzeichnungen, alleinstehend oder in Kombination mit ebenfalls in der Stadt entstandenen Fotografien zu realisieren. Die dabei verwendeten Schwarzweißaufnahmen stammen von Jan Erting.

Die spielerisch wirkenden Konstruktionen von Zeichnungen und Fotografien erzeugen poetische und zugleich witzige Impressionen, die ein ausschnittartiges Abbild der sagenumwobenen Metropole illustrieren. Doch dieser Stadt, die niemals schläft, dem Schmelztiegel amerikanischer Multikulturalität und der dortigen Pluralität gelebter Realitäten ein einziges Gesicht zu geben ist kaum möglich. Es sind die vielen bemerkenswerten, aufsehenerregenden und schrägen Charaktere, welche eingerahmt von der atemberaubenden Architektur und dem tosenden Verkehrsaufkommen das Stadtbild New Yorks prägen, denen die Künstlerin ihren persönlichen Ausdruck verleiht. Die flüchtig festgehaltenen Orte und Gesichter der Großstadt vermitteln einen fragmentarischen Eindruck des so intensiven, verrückten und in seiner Vielschichtigkeit kaum zu greifenden Großstadtlebens, das einen Tag für Tag von neuem in Erstaunen zu versetzen vermag.

Das Ephemere dieser innerstädtischen Begebenheiten und Begegnungen hält Phila fest in fließender Linienführung, die locker wie gekonnt in kürzester Zeit aus der Bewegung heraus entsteht – eine Technik, die sie schon in früheren Arbeiten verfeinerte, um Eindrücke von teils bewegten Figuren möglichst schnell, vereinfacht, reduziert und abstrahierend festzuhalten. Ihr so entwickelter Zeichenstil, der an die unmittelbare Auffassungsgabe und die genial-leichthändigen malerischen Umsetzungen eines Pablo Picasso erinnert, bedient sich einer die Silhouette betonenden Einstrichtechnik, die hin und wieder mit Augen, Augenbrauen oder Händen ergänzt wird. Die so entstehenden Charakterköpfe voller Komik, Gestik und Bewegung wirken cool, strange, selbstsicher, ungeschickt, traurig und vergnügt – eben so verschiedenartig wie verschieden sich die Menschen zeigen, die den Big Apple bevölkern und wie Phila Demi die New Yorker wahrnimmt und darstellt. Auf der einen Seite entsteht in der Zeichnung dieser persönlichen und subjektiven Eindrücke eine für den Betrachter etwas undurchsichtige Intimität, auf der anderen Seite sind die Illustrationen für individuelle Projektionen offen.

Die Umrisszeichnungen die eine Symbiose mit den, durch das Schwarzweiß historisch wirkenden Aufnahmen eingehen, erzeugen eine die Grenzen des fotografischen Bildraumes erweiternde Projektionsfläche, die surrealistische Bildgefüge und Gedankenräume entstehen lässt. Die verortenden wie assoziativ entstandenen Titel geben den Illustrationen einen offenen narrativen Rahmen. So ist da eine Frau, die sich offenbar auf Ella Fitzgerald bezieht und deren Schulterlinie in eine Häuserzeile in Midtown überzugehen scheint. Vielleicht ist mit Sir Christopher, dem man am Broadway begegnen könnte Christopher Wallace aka Biggie Smalls gemeint, dem die Figur mit Sonnenbrille und in ihrer Gestalt und Pose, so wirkt es zumindest, ähnelt. Gleichzeitig ist man bei manchen Titulierungen verwirrt; denn es ist doch nicht wirklich der Times Square auf den ein Riese in lockerem Schwung scheinbar seinen Schatten wirft? Und seit wann hat Billie Holiday eigentlich einen Schnurrbart?

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Phila Demis ironische Ikonen regen zum Träumen an; vom Großstadtdschungel und von seinen vielen Gesichtern und Geschichten. Und plötzlich meint man leise eine Jazzmelodie zu hören oder eine rauchige Bluesstimme zu vernehmen, aus der großen Stadt, von der schon Liza Minelli und Frank Sinatra uns glauben machten: If I can make it there, I’ll make it anywhere. It’s up to you..

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